Agent ist nicht gleich Chat
Ein Chat beantwortet Fragen. Ein Agent handelt: Er liest Daten, ruft Werkzeuge auf und löst damit Folgen aus. Deshalb reicht es nicht, einem Modell in der Anweisung zu sagen, was es lassen soll. Was nicht passieren darf, muss technisch ausgeschlossen sein.
Regel 1: Werkzeuge statt freier Zugriff
Ein Agent bekommt keine allgemeinen Zugänge, sondern einzelne Werkzeuge mit klarem Zweck: einen Datensatz lesen, einen Entwurf anlegen, eine Notiz speichern. Was nicht als Werkzeug existiert, kann der Agent nicht tun.
Regel 2: Freigabe vor Außenwirkung
Alles, was Ihr Unternehmen nach außen bindet, läuft über eine Freigabe durch einen Menschen: eine E-Mail an Kunden, eine Zahlung, eine Buchung, ein veröffentlichter Beitrag. Die Freigabe zeigt, was genau passieren soll, und läuft ab, wenn niemand reagiert.
Regel 3: Protokoll für jede Aktion
Jede Aktion wird mit Anlass, Ergebnis und Kosten festgehalten. Wenn etwas schiefgeht, sehen Sie, was der Agent getan hat und warum.
Regel 4: Kostengrenzen
Modellaufrufe kosten Geld. Ein Agent, der sich in einer Schleife verfängt, kann in kurzer Zeit viel verbrauchen. Tagesbudgets je Agent und eine Grenze je Aufgabe verhindern das.
Regel 5: Datenklassen
Nicht jedes Modell darf alle Daten sehen. Legen Sie fest, welche Daten öffentlich, intern, kundenbezogen oder geheim sind, und welche Modelle welche Klasse verarbeiten dürfen. Geheimnisse wie Passwörter gehen nie an ein Modell.
Regel 6: Keine Selbstbeauftragung
Ein Agent sollte nicht beliebig neue Aufgaben für sich oder andere Agenten anlegen dürfen. Sonst entstehen Ketten, die niemand angestoßen hat. Wer eine Aufgabe anlegen darf, ist eine bewusste Entscheidung.
Wie Sie anfangen
Beginnen Sie mit einem Agenten, der nur liest und Entwürfe vorbereitet. Wenn seine Vorschläge über einige Zeit gut sind, geben Sie ihm einzelne Rechte dazu, jeweils mit Freigabe. So wächst das Vertrauen mit den Belegen.